KI im Coaching: Der professionelle Mittelweg zwischen Widerstand und Hype (Teil 1/3)
Künstliche Intelligenz ist längst im Coaching angekommen. Nicht, weil wir Coachs kollektiv beschlossen hätten, dass jetzt bitte alle Prozesse digital, automatisiert und möglichst effizient werden sollen. Sie hat sich einfach eingeschlichen, auch wenn viele eher noch verschämt darüber sprechen, dass sie ihre inneren Themen mit der KI „besprechen“. Oft sind das wirklich tiefe Fragen, die sie auch so nicht ohne weiteres mit anderen Menschen besprechen, weil sie vielleicht die Sorge haben, anderen damit „schon wieder“ auf die Nerven zu gehen oder weil genau dann, wenn man dazu einen Austauschpartner bräuchte, vielleicht auch niemand greifbar wäre, denn wir alle sind ja reichlich beschäftigt.
Vielleicht kennst du das aus deiner eigenen Praxis: Eine Klientin kommt in die Sitzung und sagt: „Ich habe dazu schon mal ChatGPT gefragt.“ Oder ein Coachee bringt eine KI-generierte Liste mit möglichen nächsten Karriereschritten mit, die auf den ersten Blick ganz vernünftig klingen und auf den zweiten Blick an der eigentlichen Frage weit vorbeigehen oder ihr so weit vorausgreifen, dass er/sie einfach noch nicht andocken kann. Oder jemand hat sich mithilfe einer KI ein Gespräch mit dem Chef vorbereitet, aber dabei nicht bemerkt, dass die eigene Angst, die alte Loyalität oder der Wunsch nach Anerkennung viel stärker im Raum steht als die sachliche Gesprächsstruktur.
Für mich lautet die höchst brisante Frage längst nicht mehr: „Soll KI im Coaching eine Rolle spielen?“ Die Frage lautet eher: „Welche Rolle spielt sie ohnehin schon, und wie gehen wir als Coachs professionell damit um?“
Wenn wir KI ignorieren, verschwindet sie nicht
Ich habe Verständnis für alle Kolleg:innen, die beim Thema KI innerlich erst einmal einen Schritt zurücktreten. Coaching ist Beziehungsarbeit und ja, Coaching lebt von menschlicher Präsenz, Resonanz, Intuition, gutem Fragen, verantworteter Prozessführung und einem sehr feinen Gespür dafür, was zwischen den Zeilen geschieht. KI kann das zum Glück noch nicht ersetzen und deswegen gibt es Gottseidank noch viele Klient:innen, die uns genau aus diesen Gründen auch persönlich oder in Online-Coachings aufsuchen.
Und doch wäre es naiv zu glauben, dass wir KI aus dem Coaching heraushalten könnten, nur weil wir sie nicht aktiv dabeihaben wollen aus den verschiedensten Gründen, auf die ich im nächsten Blogartikel eingehen werde. Fakt ist, dass unsere Klient:innen sie bereits nutzen. Und das leider oft ohne Promptingkenntnisse, ohne Datenschutzbewusstsein, ohne klares Prozessverständnis und ohne eine innere Idee davon, wann eine KI hilfreiches Reflexionsmaterial liefert und wann sie viel zu schnell mit Ratschlägen um sich wirft.
Generische KI-Systeme sind erstaunlich leistungsfähig, aber sie sind nicht für Coachingprozesse gebaut. Sie antworten oft zu schnell und glätten Widersprüche, weil sie uns ja immer noch serviceorientiert als Kund:innen betrachten, den sie zufriedenstellen wollen.
Sie machen aus einer komplexen inneren Bewegung gerne eine Liste mit fünf Tipps und vielleicht sind sie auch so programmiert, dass sie „Datenkapazität sparen“ wollen, sodass sie schnelle Hilfe leisten, bevor wir überhaupt die Möglichkeiten hatten, unser Anliegen umfassend darzustellen und dazu auch umfassend befragt zu werden. Und manchmal klingen sie dabei so freundlich und plausibel, dass man erst später merkt, dass sich das irgendwie gut anhört, aber in uns keine Resonanz erzeugt.
An diesem Punkt beginnt meines Erachtens unsere professionelle Aufgabe: Wir sind keine Technikpolizei, uns sollten auch nicht die Gesichtszüge entgleisen, weil unsere Klient:innen sagen, dass sie sich da schon mal mit der KI ausgetauscht haben. (Ja, ich glaube, viele Klient:innen spüren, dass wir uns von diesem Werkzeug bedroht fühlen und wollen uns „schonen).
Und natürlich werden wir auch nicht als KI-Missionar:innen auftreten. Wenn wir aber unsere Rolle ernst nehmen, dann geht es uns um den Menschen und seine Entwicklungsprozesse und Gesamtsituation. Auf dieser Basis können wir gemeinsam mit ihr/ihm einschätzen, wo KI nützlich sein kann und in welcher Form und welche Fragen oder Themen sinnvollerweise weiterhin im persönlichen Coaching bleiben sollen.
Der eine Graben: KI-Widerstand
Einige Coachs, mit denen ich in den letzten zwei Jahren gesprochen habe, gehen reflexhaft auf Abwehr und haben die Haltung: KI hat im Coaching nichts verloren. Punkt.
Ich verstehe diesen Impuls. Viele von uns haben lange dafür gearbeitet und viel in unsere Weiterbildung und unser Business investiert, um Coaching professionell führen zu können und uns ja gerade abzugrenzen von schnellen „Ratgeberangeboten“. Wenn nun eine KI innerhalb von Sekunden scheinbar empathische Fragen stellt, die komplexesten Lebenssituationen kommentiert oder sogar „Coachingprozesse“ simuliert, kann das erst einmal wie eine Entwertung unserer Arbeit wirken.
Doch dieser KI-Widerstand löst das Problem nicht. Sie nimmt uns aber die Chance, die Prozesse, wie KI hilfreich und wirksam ins Coaching integriert werden könnte, selbst mitzugestalten.
Wenn wir KI pauschal ablehnen, überlassen wir das Feld den generischen Tools und den Menschen, die Coaching ohnehin nur für eine Sammlung nützlicher Fragen halten. Dann findet KI-Nutzung zu tiefen persönlichen Fragestellungen trotzdem statt, aber eben ohne professionelle Rahmung. Dann nutzen Klient:innen die falschen Werkzeuge für tiefe Fragen, fühlen sich danach vielleicht immer noch leer und sind keinen Schritt weiter. Vielleicht färbt diese innere Erfolgslosigkeit auch auf ihre generelle Einstellung zum Coaching ab und sie sind noch weniger bereit, viel Geld für persönliche Sitzungen auszugeben. Das ist ein Weg, der mich traurig macht, denn dann schieben wir uns mit dieser KI-kritischen Haltung sehr schnell auf das Abstellgleis und werden vielleicht auch bald nicht mehr als zeitgemäße Gesprächspartner:innen ernst genommen.
Der andere Graben: KI als dritter Partner im Raum
Auf der anderen Seite gibt es den KI-Hype, bei dem Coachingprozesse in hohem Maße KI-gesteuert laufen und generische KI gerade von großen Playern (und auch Coachs) auf dem Markt angeboten werden, die all das Wissen und auch viele Prozesse der jeweiligen Person integriert haben und damit als Co-Coach viele Anliegen abdecken sollen, so beispielsweise in großen Communities, in denen die KI als Co-Coach das Alltags-Coachingeschäft übernimmt.
Oder sie sitzt als dritter Partner mit am Tisch, z.B. im triadischen Coaching und wird hoffentlich geführt vom Coach, aber vielleicht auch nicht, zum Protokollant, Kreativmotor, Superhirn und insgesamt zum Prozessbeschleuniger. Wollen wir das?

Ich tue mich damit schwer. Nicht weil KI das nicht könnte. Sie kann ja sortieren, verdichten, Varianten anbieten und vor allem auch blinde Flecken sprachlich sichtbar machen. Sie kann weiterhin ziemlich gut Perspektiven öffnen, Transferaufgaben formulieren, Ideen bündeln und Denkprozesse beschleunigen. Aber sie hat keine Beziehung zu dem Menschen, der vor ihr sitzt. Sie übernimmt keine Verantwortung. Sie spürt nicht, wann ein Thema kippt und der Coachee „zu viel“ hat oder einfach noch nicht da steht, wo es vielleicht denkbar wäre, wenn wir alle gleich gestrickt wären. Leider erkennt sie auch nicht zuverlässig, wann jemand eigentlich therapeutische Unterstützung bräuchte.
Eine KI kann ein Werkzeug sein und auch ein erstaunlich vielseitiges sogar im Coaching. Aber sie sollte nicht heimlich zur Autorität im Prozess werden. Ich glaube, dass das der Schlüssel ist: dass wir gemeinsam mit unseren Klient:innen im Coaching schauen, wer für was in welcher Coaching-Dramaturgie zuständig sein könnte.
Wenn KI im Coaching eingesetzt wird, braucht es deshalb eine klare Rollenklärung. Wer führt den Prozess? Wer entscheidet, welche Impulse weiterverfolgt werden? Wer achtet auf Grenzen? Wer erkennt, ob ein Thema in den Coachingkontext gehört oder nicht? Was sind Stolpersteine und erste Anzeichen, dass sich Klient:innen auch mit KI-Unterstützung in einer scheinbar endlosen Reflexionsschleife verloren haben, denn auch hier gibt es ja einen gewissen Suchtfaktor?
Für mich ist die Antwort klar: Der Coach bleibt in Führung, die KI unterstützt. Wir als Coachs hatten schon immer die Prozess- und auch die Methodenverantwortung. Und KI gehört für mich schlichtweg in den Bereich besonderer Tools. Unsere Rolle bleibt aber nur dann bestehen, wenn wir sie uns nicht aus der Hand nehmen lassen.
Der professionelle Mittelweg
Der professionelle Mittelweg beginnt dort, wo wir KI weder verteufeln noch ihr zu viel anvertrauen, aus lauter Begeisterung, was möglich ist. Wir nehmen sie ernst und befassen uns professionell mit ihr, ohne ihr zu viel Macht zu geben. Wir nutzen ihre Stärken, ohne ihre Grenzen zu vergessen. Wir entwickeln eine eigene fachliche Haltung dazu, ohne uns von der gelebten Praxis und von gesellschaftlichen Hypes vor irgenwo hin treiben zu lassen, wo wir gar nicht sein wollen.
Ich bin der Meinung, dass KI Coachingprozesse begleiten, erweitern und vertiefen kann, wenn sie gut gerahmt wird, sprich wenn wir gemeinsam mit den Coachees besprechen, was Sinn macht und was nicht und ihnen auch Hilfestellungen bei der KI-Nutzung geben. Derart verstanden kann KI unseren Klient:innen helfen zwischen Sitzungen ihre Gedanken zu sortieren, ein Anliegen vorzubereiten, Erkenntnisse nachzubereiten oder einen kleinen nächsten Umsetzungsschritt zu entwickeln. Und gleichermaßen kann sie auch uns bei der Methodenvorbereitung unterstützen, bei der Entwicklung von Transferfragen, bei der Angebotsklärung, bei Positionierung, Buchprojekten oder der Strukturierung komplexer Themen.
Aber sie ersetzt nicht das, was Coaching im Kern ausmacht. Die persönliche Begegnung, die Resonanz, in die zwei Menschen auf co-kreativer Ebene gehen können, das gemeinsame Aushalten von Unklarheit, die Fähigkeit, nicht zu früh zu wissen, die Verantwortung für Prozessgrenzen und das feine Wahrnehmen und Spüren dessen, was gerade wirklich wesentlich wird, das ja auch erst im Laufe einer längeren Coachingpraxis entsteht.
Eine gute KI im Coachingkontext sollte nicht primär eine „Antwortmaschine“ sein, sondern vertiefendes Reflexionswerkzeug. Ich bin der Meinung, dass wir mit Klient:innen KI-Aufklärungsgespräche führen sollten, in denen wir genau diesen Rollenunterschied klar machen: KI gibt dir keine Lösungen für dein komplexes Leben, aber sie hilft dir in Erweiterung und in Erweiterung und manchmal auch Vertiefung einer Coachingsitzung deine Fragen besser zu verstehen, vielleicht auch mal einen Perspektivwechsel vorzunehmen, eine gute Zielmetapher zu finden und mit diesen hilfreichen Elementen, in die Verantwortungsübernahme für dein Leben zu gehen.
Warum spezialisierte GPTs anders arbeiten können
Ich liebe Methoden und gute Tools, nicht zuletzt habe ich ja einige Fachbücher für Coachs veröffentlicht, die immer einen großen Praxisteil hatten, in dem ich nützliche und wirksame Methoden gesammelt, entwickelt und weitergegeben habe.
Auch wenn ich am Anfang wie wir alle sehr verhalten war im Einsatz von KI bei persönlichen Fragen, hat sich das über die Zeit verändert. Ich sehe, wie KI, wenn sie als intelligentes Tool aufgesetzt wird als Methode 5.0 auch die Coaching-Methodenlandschaft verändern wird. Ich habe viel mit mir selbst experimentiert und nach einigen Monaten für mich immer bessere Ergebnisse erzielt, die mich selbst in meinen komplexen Business- und Lebensfragen große Schritte voran gebracht haben. Und ja, natürlich hatte ich zwischendrin auch immer wieder Unterstützung von Mentoren oder Coachs. Doch diese beiden Prozesse liefen parallel. Was ich im Rückblick eigentlich schade finde. Ich hätte mir das integrierter gewünscht, mehr aus einem Guss.
Wie immer mache ich mich gerne auf den Weg, wenn ich auf dem Markt noch keine gute Lösung sehe, selbst eine zu entwickeln. So habe ich erst gutes Prompting gelernt. Irgendwann habe ich verstanden, dass es anstrengend ist, mich selbst und gleichzeitig die KI mit Prompting parallel durch tiefe Prozesse zu führen, denn das sind ja zwei Rollen, die eigentlich getrennt sein sollten. Dann habe ich entdeckt, dass ein GPT mir diesen Prozess abnehmen kann. Indem ich das Prompting und die Rollenklärung und die ethischen Grenzen, die ich haben will, in ein definiertes KI-Tool mit der vollen Funktionalität von ChatGPT auslagere, kann ich mich entspannt zurücklehnen und mich dem Prozess „hingeben“ und werde geführt, aber nicht irgendwie, sondern so, wie ich das vorher definiert habe.
Coachs haben mit GPTs unglaubliche Möglichkeiten
Ich habe Klient:innen, die offen waren, immer wieder einzelne der für mich wirksamen Ki-Assistenten zu besonderen Fragestellungen vertiefend angeboten und auch hier immer sehr gute Rückmeldungen bekommen. Oft haben wir dann gemeinsam mit den Ergebnissen weitergearbeitet.
Inzwischen habe ich Coachs diesen Umgang mit GPTs auch weitergegeben (Link) und die Resonanz war durchaus ähnlich begeistert wie bei mir. Mit relativ wenig technischem Verständnis ist es uns möglich, hier in relativ kurzer Zeit komplexe Tools zu erstellen, die auf unserem Wissen, unseren Erfahrungen basieren und damit Teilprozesse zu definieren, die wir vielleicht nicht immer mit Klienten persönlich durchlaufen müssen. Da sie beispielsweise sehr viel Zeit brauchen, uns selbst manchmal nerven oder einfach hilfreiche Vertiefungsprozesse sind, die ja zwischen den Sitzungen laufen sollten.
So habe ich mich in den letzten anderthalb Jahren intensiv damit beschäftigt, wie solche KI-Werkzeuge aussehen müssten, wenn sie nicht einfach generisch antworten, sondern Coachingprozesse sinnvoll unterstützen sollen. Daraus ist meine KI-Bibliothek mit 32 spezialisierten GPT-Assistenten entstanden.
Diese GPTs sind nicht als Ersatz für Coaching gedacht. Sie sind auch keine kleinen digitalen Besserwisser, die immer schon wissen, was zu tun ist. Im besten Fall sind sie geführte Reflexionsräume mit einer klaren Aufgabe: Sie sollen ein Anliegen klären, eine Entscheidung vorbereiten oder den Transfer von Coachingergebnissen sichern.
Das Geheimnis eines guten Tools liegt in der inneren Architektur. Ein spezialisierter GPT braucht eine Rolle, eine Zielgruppe, eine Prozesslogik, Grenzen, Tonalität, passende Fragen, sinnvolle Ausgaben und eine klare Vorstellung davon, wann er vertiefen und wann er begrenzen soll und was am Ende des Prozesses als Ergebnis gespiegelt werden soll. All das macht ihn professioneller, sicher nicht perfekt, aber deutlich hilfreicher als eine zufällige ChatGPT-Unterhaltung mit dem Prompt: „Coache mich mal bei Problem XY.“
Und ja, auch spezialisierte GPTs bleiben KI. Sie können sich irren. Sie können zu viel oder zu wenig fragen, sie können sich von Klient:innen in „Nebenschauplätze“ verwickeln lassen. Jedes gemeinsam erarbeitete Ergebnis braucht menschliche Prüfung. Aber sie können, wenn sie gut gebaut und gut eingesetzt werden, eine Qualität von Struktur und Anschlussfähigkeit schaffen, die im Alltag vieler Menschen tatsächlich hilfreich ist.
Was sich für Coachs verändert
Für Coachs entsteht dadurch eine neue professionelle Kompetenzfrage. Nicht jede:r muss sofort KI in das eigene Angebot integrieren. Aber jede:r sollte verstehen, wie Klient:innen KI nutzen, welche Chancen und Risiken damit verbunden sind und wie man darüber gut ins Gespräch kommt.
Vielleicht wird es bald ganz selbstverständlich sein, dass ein Coach sagt: „Du kannst, wenn du das willst, zur Vorbereitung gerne dieses Reflexionstool nutzen. Ich möchte dich kurz über die Chancen und Risiken dazu informieren, damit du selbst entscheiden kannst, ob das etwas ist. (Dann kommt der Aufklärungsblock.) Bitte gib keine sensiblen Daten ein. Wir schauen dann gemeinsam, was daraus für unsere Sitzung relevant ist.“
Oder:
„Wenn du nach unserer Sitzung merkst, dass dir Erkenntnisse im Alltag irgendwie wegrutschen, hast du die Möglichkeit, diesen Transferassistenten zu nutzen, den ich für meine Klient:innen erstellt habe, und wir greifen deine Ergebnisse beim nächsten Termin auf.“
Das wäre für mich ein professioneller Umgang. Hier läuft nichts heimlich, hier geht es nicht um Coaching-Ersatz. Sondern der Coach als Führungsperson kennt seine Tools und setzt sie transparent, begrenzt und eingebettet in den Gesamtprozess ein.
Coaching bleibt menschlich
Ich glaube nicht, dass KI gutes Coaching zerstören muss. Aber ich glaube, dass sie schlechtes Coaching entlarven wird. Wenn Coaching nur aus Tipps, Fragenlisten und schnellen Perspektivwechseln besteht, dann wird KI vieles davon erstaunlich gut nachbauen können. Menschliche Begleitung bleibt dann unverzichtbar, wenn Coaching ein tiefer Prozess ist, bei dem die ermutigende und stärkende Menschlickeit deiner Persönlichkeit eine wesentliche Rolle spielt, weswegen dich die Menschen eigentlich buchen. Wenn deine Klient:innen dann noch sehen, dass du für sie mitdenkst und ihnen einen möglichst tiefen und breiten Selbsthilfe-Prozess, der von deinem Coaching flankiert wird, ermöglichst, bist du gleichzeitig KI-Mentor in der gerade unübersichtlichen Landschaft der Persönlichkeitsentwicklung.
Vielleicht zwingt uns KI sogar dazu, genauer zu formulieren, was wir unter professionellem Coaching verstehen. Das mag unbequem und manchmal auch beängstigend sein, aber es ist immer eine Chance, sich intensiv mit seiner eigenen Professionalität auseinanderzusetzen und darin zu wachsen.
Wenn wir den mittleren Weg gehen, können wir KI dort nutzen, wo sie hilfreich ist: als Werkzeug für Vorbereitung, Reflexion, Transfer, Struktur und Methodentiefe. Und wir können gleichzeitig klarer denn je benennen, was sie nicht kann: Beziehung ersetzen, Krisen begleiten, Verantwortung übernehmen oder die Tiefe menschlicher Begegnung simulieren.
Coaching bleibt menschlich. KI eröffnet uns eine mächtige Coaching-Tool-Landschaft, wenn wir sie verstehen lernen und zu nutzen wissen. Und genau darin liegt für mich die Zukunftsfähigkeit dieses Ansatzes.
Wenn du neugierig bist, kannst du hier schonmal einen Blick auf und in die KI-Bibliothek werfen.


