7 Einwände gegen KI im Coaching und warum wir genauer hinschauen sollten (Teil 2/3)
Wenn ich mit Coachs über KI spreche, spüre ich oft zwei Haltungen gleichzeitig. Da gibt es viel Neugier, Offenheit und erstes Ausprobieren bei gleichzeitigem Widerstand und oft auch schlechtem Gewissen. Manchmal sogar beides im selben Satz: „Eigentlich finde ich das spannend, aber irgendwie auch gruselig.“ Oder: „Ich weiß, dass ich mich damit beschäftigen sollte, aber ich will nicht, dass Coaching dadurch entmenschlicht wird.“
In allen Einwänden stecken wichtige professionelle Fragen und genau diesen fachlich-methodischen Diskurs sollten wir genau jetzt in größerem Maße führen. Denn wer sich zu schnell „eingrooved“ in eine KI-Nutzung oft hinter den Kulissen, um sich die Coachingarbeit zu erleichtern und m.E. zu schnell über professionelle Bedenken hinweggeht, landet bei einem (heimlichen) KI-Hype. Wer sich hinter seinen Bedenken verschanzt, verpasst eine potenziell hilfreiche Entwicklung und nicht selten die Möglichkeit, auch mit seinen Klient:innen darüber in den Austausch zu gehen und stellt sich damit in eine Nische, die ihre Berechtigung hat, aber zunehmend enger wird.
Lass uns also genauer hinschauen, vielleicht wie in einer guten Supervision: Was genau sind deine Vorbehalte? Welche berechtigte Sorge steckt darin? Auf welcher Ebene agiert diese Sorge, ist es deine? Welche Ängste, Glaubenssätze und Vorannahmen stecken dahinter? Sorgst du dich für deine Klient:innen? Wenn ja, wie könntest du mit ihnen in den Austausch gehen, ob deine Sorgen tatsächliche Sorgen und Bedenken deiner Zielgruppe sind.
Einwand 1: „KI ersetzt doch dann den Coach.“
Das ist vermutlich der größte Einwand. Und ehrlich gesagt: Wenn KI so eingesetzt wird, dass sie den Coach ersetzen soll, dann ist der Einwand völlig berechtigt. Ein Chatbot, der Menschen durch Lebenskrisen, berufliche Wendepunkte, Konflikte oder tiefe Selbstzweifel „coachen“ soll, ohne dass ein Mensch den Prozess verantwortet, ist kein Fortschritt, sondern bestenfalls eine Notlösung, wenn tatsächlich kein Mensch zur Verfügung steht und schlimmstenfalls eine gefährliche Vereinfachung, die auch ernste Konsequenzen in der Psyche des Klienten haben kann.
Aber daraus folgt nicht, dass KI im Coachingkontext grundsätzlich falsch ist. Für mich folgt daraus, dass wir ihre Rolle sauber begrenzen müssen. Ich weiß, dass Coachs darin einen Kontrollverlust wahrnehmen: Was wissen wir, auf welche Abwege unsere Klient:innen mit den KI-Assistenten kommen? Gerade bei labilen Klient:innen ist das eine berechtigte Sorge.
Ein guter KI-Assistent kann Gedanken sortieren, er kann Fragen stellen und immer dabei unterstützen, das eigene Anliegen immer tiefer zu verstehen, doch nicht direkt zu klären. Er kann mit Klient:innen Optionen umfassend erörtern, Erkenntnisse aus einer Sitzung in kleine Schritte übersetzen oder ein Thema zwischen zwei Terminen weiter zu bewegen. Was er nicht kann, ist die echte Mensch-zu-Mensch-Beziehung zu ersetzen, zutiefst Menschliches zu verstehen und zu spiegeln, Krisen zuverlässig zu erkennen, therapeutisch zu arbeiten oder Verantwortung für Entscheidungen zu übernehmen. Das ist ein gewaltiger Unterschied.
KI ersetzt den Coach nicht, wenn der Coach in Führung bleibt. Sie wird dann zu einem ergänzenden Werkzeug im Prozess. Und zwar zu einem tollen, intensiven Werkzeug, wenn es gut aufgesetzt ist. Sie kann tiefer gehen als ein gut entwickeltes Arbeitsblatt, ein Reflexionsjournal oder eine gängige Methode, die ja oft einseitig bearbeitet wird und deren Rückmeldung auf das Coaching verschoben ist, also zeitlich versetzt ist. KI-Tools sind dialogischer, agieren flexibler auf individuelle Bedarfe und sind deswegen oft deutlich anschlussfähiger als unsere klassischen Tools, die wir zwischen den Sitzungen mitgeben.
Einwand 2: „Das ist doch nur ChatGPT mit neuem „Label“.“
Auch dieser Einwand ist verständlich. Der Markt wird gerade mit KI-Angeboten überflutet, und vieles klingt tatsächlich nach alter Coachingverpackung mit neuem Techaufkleber. Da wird aus jedem Prompt schnell ein „Tool“, aus jeder Abfrage ein „Assistent“ und aus jeder automatisierten Antwort ein angeblicher Durchbruch.
Deshalb ist mir die Unterscheidung so wichtig: Ein spezialisierter Coaching-GPT ist nicht einfach ein netter Prompt. Zumindest sollte er das nicht sein, wenn er gut aufgesetzt und „designt“ ist.
Ein wirklich brauchbarer GPT hat eine sorgfältig geplante innere Architektur. Er braucht eine klare Rolle, eine definierte Zielgruppe, einen Prozessaufbau, eine Grenze für das, was er leisten soll, und eine fein justierte Sprache, so gut das eben mit ChatGPT möglich ist. Er muss wissen, an welchem Schritt im Prozess er gerade sortieren, vertiefen, spiegeln, strukturieren oder in die Umsetzung führen soll. Er braucht ein Verständnis davon, wann er eine Frage offenhalten muss – was ja seiner Basis-Rolle widerspricht – und wann er verdichten darf.
Das ist Entwicklungsarbeit. Du kannst irgendeinen GPT in einer Stunde bauen. Ein guter GPT mit Coaching-Rahmung braucht eine wesentlich längere Entwicklungszeit und viel Testung, bis er das tut, was er tun soll.
Ich habe das in der Entwicklung meiner Bibliothek immer wieder gemerkt. Die eigentliche Arbeit bestand nicht darin, der KI zu sagen: „Frag mal ein bisschen tiefer.“ Die eigentliche Arbeit bestand darin, aus 25 Jahren Coaching-, Methoden- und Schreibpraxis Prozesslogiken zu verdichten, Grenzen zu formulieren, typische Anliegen zu unterscheiden und Ergebnis-Ausgaben so zu gestalten, dass Menschen am Ende nicht mit noch mehr innerem Material dasitzen, sondern mit mehr Klarheit und innerer Struktur und besser wissen, worum es ihnen eigentlich geht. Womit sie dann wiederum zielgerichteter ein Coaching, eine Meditation, ein Mentoring oder auch einen Therapieplatz suchen können.
Einwand 3: „Das ist mir datenschutzrechtlich zu heikel.“
Ja, das ist es, keine Frage, das ist für mich der stärkste Einwand. Genau deshalb braucht KI im Coaching eine klare Rahmung. Wir müssen Klient:innen dafür sensibilisieren, keine hochsensiblen, identifizierenden oder vertraulichen Informationen in KI-Systeme eingeben. Das bedeutet auch keine vollständigen Namen anderer Personen, keine Diagnosen, keine rechtlichen Konflikte in voller Tiefe, keine Betriebsgeheimnisse, wenn es um Arbeitsfragen geht und keine Informationen, die später in irgendeiner Form problematisch werden könnten.
Das bedeutet aber nicht, dass jede KI-Nutzung unmöglich ist. Wir müssen anonymisieren, abstrahieren und professionell aufklären.
Statt: „Mein Chef Thomas Müller bei Firma XY hat gesagt …“
besser: „Eine Führungskraft in meinem beruflichen Umfeld hat gesagt …“
Statt: „Meine Klientin Anna, 47, mit dieser Diagnose …“
besser: „Eine Klientin mittleren Alters in einem Veränderungsprozess …“
Wir brauchen hier eine neue Medienkompetenz im Coachingfeld. Und ich finde, wir sollten Klient:innen damit nicht allein lassen. Viele kommunizieren zu offen ihre persönlichen Daten, hier könnten wir ihnen helfen, das in angemäßer Form zu tun.
Dennoch kommen wir nicht darum, dass in Selbstcoaching-Prozessen tiefe Persönlichkeitsinformationen benötigt werden, damit ein Thema umfassend und hilfreich bearbeitet werden kann. Wir wissen nicht, was die KI mit unseren Daten macht. Wenn wir die Erinnerungsfunktion eingeschaltet haben, lernt die KI uns tiefer kennen, als die meisten Menschen in unserem Umfeld. Das kann praktisch sein, wenn wir sie viel im Business-Aufbau einsetzen und das sehenden Auges so wollen, aber es sollte nicht „aus Versehen“ geschehen.
Ich finde mit meinen Klient:innen Workarounds, sei es durch Ausschalten der Erinnerungsfunktion oder die GPT-Kommunikation im Inkognito-Browser-Modus oder den Zugang von anderen Rechnern aus, damit die Daten nicht mir als Person zugeschrieben werden können. Aber all das sind natürlich „Krücken“ und es muss sorgfältig abgewogen werden, ob der Nutzen der KI-„Gespräche“ die Nachteile überwiegt.
Mit meinen GPT-Lizenzen liefere ich Aufklärungs- und Datenschutzdokumente aus, die du als Coach deinen Klient:innen im Gespräch und als Datei weitergeben kannst, in denen Anregungen stehen, wie wir mit diesem Thema möglichst sensibel umgehen können. Aber natürlich ist es eine persönliche Entscheidung, ob ich innere Gedanken mit der KI teile, die wir auch niemand abnehmen können.
Persönlicher Exkurs zu meinem KI-Verständnis
Ich habe hier für mich persönlich eine Antwort gefunden, die sicher nicht jeder teilen wird. Ich weiß, dass ich mich hier weit aus dem Fenster lehne, weil es wichtig ist, dass wir dazu eine eigene Haltung finden, gerade als Coachs. Wenn KI dafür genutzt werden soll, uns als Menschen bei unseren komplexen Aufgaben in den kommenden Jahren zu helfen, dann muss sie zutiefst wissen, wie Menschen „ticken“. Ich bin eine absolute Verfechterin der „KI-for-Good“-Bewegung und bin der Meinung, dass wir alle (auch im Gegengewicht zu den mächtigen Playern, die KI für andere Zwecke einsetzen wollen) in jedem Dialog mit der KI verantwortlich sind, das „Menschliche“ zu stärken. Dafür setze ich mich mit meinen Human Skills in Form der 7 Säulen des genialen Lebens ein, die für mich in enger Verbindung mit den Inner Development Goals stehen, also mit der Frage, welche inneren Fähigkeiten wir Menschen entwickeln müssen, damit die großen äußeren Entwicklungsziele der UN überhaupt lebendig und wirksam werden können.
Die Entwicklung meiner KI-Bibliothek ist geprägt von meiner pragmatischen „KI/AI for Good“-Haltung:
KI soll Menschen nicht entmündigen, „vor sich hertreiben“ oder oberflächlich beraten, sondern ihnen helfen, klarer zu denken, bewusster zu entscheiden. Und sie damit ermächtigen, ihre menschliche Rolle hier weiterhin bzw. noch besser einnehmen zu können.
Einwand 4: „Meine Klient:innen brauchen mich dann nicht mehr.“
Über diesen Einwand spricht kaum jemand gerne, weil er nicht nur ein bisschen an unserer professionellen Würde kratzt und uns auch zutiefst menschlich verunsichert, denn als Coach wollen wir ja hilfreich und wirksam sein, sonst wären wir keine Coachs geworden. Natürlich steht dieser Einwand immer im Raum und ich habe mich manchmal gefragt, wenn ich mal wieder einen mächtigen KI-Assistenten weitergegeben habe: „Wird die Klientin nochmal wiederkommen, wenn sie damit schon so viel weiter kommt?“. Ich habe auf diese Frage noch keine abschließende Antwort gefunden und experimentiere damit, auch mit meinen Klient:innen, die nicht mehr wiederkommen ohne latente Vorwurfshaltung offen mit ihnen ins Gespräch zu gehen.
Ich glaube, bei wenig spezifischen Coachingformaten könnte das tatsächlich passieren. Wenn Coaching vor allem darin besteht, ein paar systemische Fragen zu stellen, ein bisschen das innere Team anzuschauen und danach erste Handlungsschritte zu formulieren, dann wird der Unterschied kleiner.
Aber für gute, spezialisierte Coachingprozesse kann KI den Wert menschlicher Begleitung sogar deutlicher machen. Wenn Klient:innen vorbereiteter in die Sitzung kommen, weil sie ihr Anliegen schon sortiert haben, muss die Coachingzeit nicht mit Grundsortierung verbraucht werden, so dass die Arbeit im Coaching selbst effektiver und damit auch mit spürbareren Ergebnissen erfolgen kann, weil man gleich tiefer einsteigt. Ein Phänomen, das wir ja bei Online-Cochings beobachten. Auch hierin steckt natürlich eine Falle, weil wir dennoch überprüfen sollten, ob das Anliegen hinter dem Anliegen schon das ist, was uns die Klient:innen präsentieren.
Oder wenn Klient:innen nach einer Sitzung mithilfe eines Transferassistenten dranbleiben, verpufft weniger der wertvollen Coachingleistung. Nichts ist frustrierender als Klient:innen, die am Umsetzen scheitern, sich dafür „genieren“ und sich deswegen nie wieder melden.
Auch wenn Klient:innen in einem Entscheidungsprozess vorbereitend erste Kriterien und innere Stimmen klären, kann die gemeinsame Arbeit direkt tiefer und vielleicht mit kreativ-intuitiveren Methoden ansetzen wie beispielsweise einer Bodenankerarbeit. Manchmal, wenn Klienten merken, wo sie mit KI nicht weiterkommen, entsteht oft sogar mehr Wertschätzung für die echte Begegnung.
KI kann aus meiner Sicht die Zwischenräume stärken. Sie ersetzt nicht den eigentlichen Prozess, sondern macht ihn anschlussfähiger.
Natürlich funktioniert das nur, wenn die Nutzung wie bereits oben beschrieben gut eingeführt wird. Ich würde niemals einfach sagen: „Hier ist ein GPT, viel Spaß.“ Ich würde erklären, wofür er gedacht ist, was er nicht leisten kann, welche Daten nicht hineingehören und wie wir die Ergebnisse im nächsten Termin nutzen.
Dann wird KI nicht zur Konkurrenz, sondern zu einem Teil des Prozessdesigns.
Einwand 5: „KI macht Coaching oberflächlicher.“
Das kann passieren. Generische KI (also ein ganz normaler Chat mit ChatGPT, Gemini, Claude etc.) liebt klare Antworten. Im Coaching lieben wir viele gute Fragen, damit unsere Klient:innen selbsst auf ihre Antworten kommen. Generische KI löst gern auf, im Coaching halten wir gemeinsam erst mal Spannung aus, bis eine Idee emergiert und nicht von außen eingegeben wird. Generische KI formuliert gerne glatt und wohlgefällig, im Coaching darf es auch widersprüchlich, unbequem, körperlich spürbar und mit biografischen Rückbezügen erst mal bunt und manchmal sogar konfrontativ zugehen.
Wenn wir KI unkritisch nutzen, wird Coaching tatsächlich flacher. Dann wird aus einem inneren Konflikt ein Entscheidungsbaum, aus einer Lebensschwelle ein Zielplan und aus einer komplexen Beziehungserfahrung eine Kommunikationsstrategie.
Ich bin der Meinung, das ist kein Argument gegen KI an sich. Es ist ein Argument gegen schlechte Prozessführung und unprofessionelle KI-Nutzung. Ein gut entwickelter Reflexionsassistent darf nicht zu früh lösen. Er muss nachfragen können und Verlangsamung zulassen. Er muss merken, dass ein Mensch vielleicht gar nicht den nächsten Schritt braucht, sondern zuerst noch eine Runde im Sortierungs-Karussell drehen möchte. Nicht zuletzt muss klar in seinen ethischen Handlungsleitlinien hinterlegt bleiben, dass er darauf hinweist, eventuell sogar das Gespräch abbricht, wenn Themen zu groß, zu sensibel oder zu therapeutisch werden.
Wenn die Prozesslogik zu einfach und eindimensional ist, wird auch der GPT flach. Wenn die Prozesslogik gut ist, kann KI erstaunlich differenzierte Denkbewegungen ermöglichen.
Einwand 6: „Ich will nicht noch ein Tool lernen, das ist mir alles zu kompliziert.“
Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Viele Coachs sind nicht müde, weil ihnen die Inspiration fehlt, damit werden wir ja 24/7 gefüttert. Sie sind müde, weil ständig neue Plattformen, Formate, Sichtbarkeitsregeln und technische „Verheißungen“ auf sie einprasseln. Es ist wirklich mühsam, schon wieder das nächste Tool, die nächste KI-Weiterbildung und die nächste Positionierungsrunde zu drehen, die sich vielleicht aus einer Angebotsanpassung ergibt. Und immer wieder haben wir das Gefühl, dass wir noch mehr leisten müssen, um irgendwie hinterherzukommen.
Deshalb sollte KI-Integration nicht bedeuten, dass Coachs jetzt zusätzlich zu allem anderen noch Techmanager:innen werden müssen.
Aus meiner Sicht braucht es eher einige, gut durchdachte Einsatzfelder, um uns am Anfang nicht zu überfordern, zum Beispiel:
- Ein GPT zur Anliegenklärung vor der Sitzung (für unsere Klient:innen).
- Ein GPT zur Transfersicherung nach der Sitzung (für unsere Klient:innen).
- Ein GPT zur methodischen Vorbereitung, um nicht immer denselben „Stiefel“ zu fahren (für uns).
- Ein GPT zur Angebotsklärung (für uns). Das ist übrigens das GPT, das bei meinen Coach-Beta-Tester:innen am meisten nachgefragt wurde.
- Ein GPT zur eigenen supervisorischen Selbstreflexion oder als Vorbereitung auf unsere persönliche Supervisionssitzung.
Das reicht für den Anfang völlig. Wir werden nicht dadurch zukunftsfähig, dass wir jedes Tool nutzen. Es geht ja darum, dass wir bewusst auswählen, was zu unserer Arbeit passt und was nicht.
Einwand 7: „Das passt nicht zu meinem Verständnis von ‚echtem‘ Coaching.“
Wenn dein Coachingverständnis bedeutet, dass Entwicklung nur im direkten menschlichen Kontakt stattfinden kann, wirst du KI vermutlich sehr begrenzt nutzen wollen. Das ist legitim. Wenn dein Coachingverständnis aber auch Selbstreflexion, Transfer, Vorbereitung, Schreiben, innere Dialoge, Methodenarbeit und bewusste Integration umfasst, dann kann KI durchaus einen Platz haben.
Du stehst im Zentrum und bietest weiterhin deine wohldurchdachte Coaching-Dienstleistung an, die ja stark mit deinem inneren Kern und deiner Expertise verbunden ist, also eigentlich keine austauschbare Dienstleistung ist, wenn du deine Positionierung sauber gemacht hast. Aber als Unterstützungswerkzeug im Gesamtprozesses, bei dem deine Klient:innen ja eine intensive Transformation durchlaufen, kann KI dir und ihnen als Werkzeug, als Spiegel, als Strukturgeberin und als mächtige Transfer- und Alltagintegrationshilfe dienen.
Du bist die Reisebegleitung. Ein GPT kann an unterschiedlichen Punkten eurer gemeinsamen Transformationsreise hilfreich sein, um dich zu entlasten, Klient:innen mehr Vertiefung zu ermöglichen und euren gemeinsamen Prozess gangbarer, effektiver und letztlich erfolgreicher zu machen, weil das Erarbeitete wirklich im Leben ankommt.
Worauf es jetzt ankommt
Du siehst, all diese Einwände gegen KI im Coaching sind wertvoll. Sie zwingen uns, genauer hinzuschauen und zu prüfen, was für unsere Klient:innen und uns sinnvoll ist.
- Was darf KI und was darf sie in deiner Praxis nicht?
- Welche Prozesse eignen sich und wo wirst du auf alle Fälle den Coaching-Hut aufbehalten?
- Wie schützen wir Klient:innen vor unprofessioneller Anwendung und stehen ihnen auch möglichst ergebnisoffen im Prozess bei?
- Wie bleiben wir als Coachs in Führung?
- Wie verhindern wir, dass KI zu vermeintlichen „Ersatzbeziehungen“ führt?
- Und wie motivieren wir uns, damit wir nicht aus Angst ein Feld ignorieren, das unsere Klient:innen längst betreten haben?
Ich glaube, die Zukunft liegt nicht in der KI-Verweigerung und auch nicht im KI-Rausch. Sie liegt in professioneller Rahmung, Weiterführung unserer methodischen und Coachingprozess-Intelligenz und vor allem unserer menschlichen Verantwortung, hier Partner:in auf Augenhöhe zu sein, wenn unsere Klient:innen sich genau wie wir neu im KI-Zeitalter orientieren. Genau dort beginnt für mich zukunftsfähiges Coaching mit KI.
Wenn du mehr über meinen Ansatz „Zukunftsfähig coachen mit KI“ wissen willst, kannst du dich gerne zu meiner 2-stündigen Masterclass am 28.7. oder 3.8. jeweils um 19.00 Uhr per Zoom anmelden.

