Wie du mit der KI-Bibliothek für Coachs dein Coaching-(Business) zukunftsfähig machen kannst
Sind das nicht unsere Sternstunden im Coaching, wenn wir wahrnehmen, dass sich etwas in unserem Gegenüber bewegt, vielleicht wird der Blick anders, ein kleiner Seufzer zieht durch den Körper, eine gemeinsam entwickelte Metapher sitzt so richtig, dass sie berührt. Oder Klient:innen gehen so erleichtert, weil sich ein inneres Knäuel gelöst hat, das sie einfach nicht alleine entwirren konnten oder weil sie wieder wissen, warum sie bestimmte Dinge so tun, wie sie sie tun oder weil sie eine klare Zukunftsorientierung mit konkreten Schritten gewonnen haben. Für uns Coachs sind das die Momente, in denen wir spüren, warum wir diese Arbeit machen. All das geschieht so, dass wir es nicht erzwingen können, aber sehr wohl gut vorbereiten, sorgfältig mit viel Fingerspitzengefühl begleiten und an passender Stelle auch entscheidende gedankliche oder methodische Impulse hineingeben können.
Und dann gehen unsere Klient:innen zurück in ihren Alltag. Die E-Mails stapeln sich, die Kinder brauchen etwas, die Abstände zwischen den Coachings werden länger und länger. Vielleicht geraten sie in einen erschöpften Modus, in dem das Bewährte immer energiesparender erscheint und die inneren Stimmen sagen: „Schön, dass du in der letzten Coaching-Sitzung etwas verstanden hast. Jetzt ist aber was anderes dran, lass uns bitteschön weitermachen wie immer.“
Je länger ich im Coaching-Geschäft bin, desto mehr schaue ich auf die Umsetzung der Ergebnisse in den Alltag und bin neugierig, ob unser Coaching wirklich wirksam wird. Denn eine gute Einsicht ist noch keine veränderte Lebenspraxis. Bestenfalls ist sie wie eine frische Brise oder ein stabiler Faden, der aufgenommen werden kann und nun durch den Alltag hindurchführen kann, ohne beim ersten Gegenwind wieder in der Versenkung zu verschwinden.
In den Coaching-Zwischenzeiten entscheidet sich das Gelingen des ganzen Prozesses
In vielen Coachingprozessen richten wir viel Aufmerksamkeit auf die Sitzung selbst, und das ist verständlich, denn dort entsteht Beziehung, Resonanz und oft auch die entscheidende Wendung.
Doch zwischen zwei Sitzungen liegt oft ein deutlich längerer Abstand, als es dem Prozess guttut. In diesem Zwischenraum reifen Erkenntnisse weiter oder sie verschwinden wieder unter den Routinen des Alltags. Dort werden neue Haltungen ausprobiert oder von alten Mustern überrollt. Dort könnte aus „Ich habe etwas verstanden“ langsam „Ich handle anders“ werden.
Dieser Raum ist anspruchsvoll, weil alte Muster nicht einfach verschwinden, nur weil sie einmal erkannt wurden. Sie sind eingeübt, sie nutzen ihre inneren Abkürzungen, und sie übernehmen sofort das Steuer, wenn Menschen müde werden oder wieder gefallen wollen oder in ihren vertrauten Leistungsmodus zurückfallen.
Deshalb braucht Transfer mehr als ein paar Vereinbarungen und gute Vorsätze am Ende der Sitzung. Er braucht eine Form von Begleitung, die nicht gleich wieder den ganzen Coachingprozess ersetzt, aber die Erkenntnisse im Alltag wachhält, sortiert und in handhabbare nächste Schritte übersetzt. Genau hierbei können gut entwickelte GPTs wertvoll werden.
Warum generische KI im Coachingtransfer oft zu kurz greift
Natürlich könnten Klient:innen nach einer Sitzung einfach ChatGPT öffnen und schreiben: „Hilf mir, meine Coachingerkenntnisse umzusetzen.“ Vermutlich bekämen sie sogar eine freundliche und auf den ersten Blick brauchbare Antwort. Vielleicht eine Liste mit Schritten, vielleicht ein paar Reflexionsfragen, vielleicht einen Wochenplan.
Das Problem ist nur: Coachingtransfer ist so viel komplexer als reines Aufgabenmanagement. Es geht eben nicht darum, aus jeder Erkenntnis sofort eine To-do-Liste zu machen. Manchmal muss ein Mensch zuerst verstehen, warum er zwar klarer sieht, aber dennoch keinen Schritt geht. Manchmal braucht es eine Unterscheidung zwischen einem echten nächsten Schritt und einem alten Selbstoptimierungsreflex, der oft aussieht wie ein brauchbarer nächster Schritt. Manchmal ist das „Nicht-Umsetzen“ gerade Teil der Lösung und ein Hinweis darauf, dass die Richtung noch nicht stimmt, ein innerer Anteil bremst oder eine alte Loyalität im Weg steht.
Generische KI-Systeme antworten serviceorientiert. Sie wollen helfen, sie „liefern“ und sind darauf trainiert, eine Nutzer-Anfrage möglichst schnell in eine Lösung zu überführen.
Das kann im Alltag bei der Frage nach dem nächsten interessanten Restaurant nützlich sein, bei Coachingthemen führt es aber leicht dazu, dass ein Mensch mit einer sauber formulierten Antwort dasteht, die innerlich gar nicht richtig andockt.
Ein gut entwickelter Selbstcoaching-GPT, der im Rahmen eines Coachingprozesses eingesetzt werden kann, muss deswegen anders gebaut sein. Er braucht ein Verständnis für Prozessphasen, für innere Ambivalenzen, für Überforderung, für die Stelle, an der noch überhaupt keine Lösung gebraucht wird, weil zuerst das eigentliche Anliegen deutlicher werden muss und der Mensch, der das GPT bedient, erst mal seine inneren Prozesse immer genauer erklären und dabei selbst verstehen will. Ein Coaching-Begleit-GPT muss wissen, wann er vertiefen darf und wann er den Ball an den Menschen, den Coach oder andere fachliche Unterstützung zurückverweisen sollte. Das ist der erste große Unterschied zwischen einer zufälligen KI-Unterhaltung und einem sorgfältig entwickelten GPT.
Was meine GPTs auszeichnet
Meine GPTs sind aus meiner Coachingpraxis heraus entstanden. Ich habe sie entwickelt, weil ich in den letzten Jahren immer deutlicher gesehen habe, dass KI in persönlichen Entwicklungsprozessen bereits genutzt wird, allerdings oft „wildwuchsartig“ ohne professionelle Qualität. Gleichzeitig habe ich selbst erlebt, wie hilfreich KI werden kann, wenn sie eine begrenzte Prozess-Aufgabe mit klarer Dramaturgie mit Klienten durchläuft, wie zum Beispiel ein Kompetenzprofil zu erarbeiten oder das Anliegen immer tiefer zu klären.
Ein guter GPT ist für mich ein geführter Reflexionsprozess. Er braucht eine klare Rolle, eine definierte Zielgruppe, eine methodische Logik, eine stimmige Sprache, Prozessgrenzen und eine Vorstellung davon, welches Ergebnis am Ende hilfreich ist.
Das klingt im ersten Moment technisch, ist aber im Kern genau die Arbeit, die wir als Coachs seit Jahren tun: Wir schaffen einen Rahmen, in dem sich ein Anliegen zeigen kann, wir führen durch einen Prozess, wir unterscheiden Nebenschauplätze von Wesentlichem, und wir helfen, Erkenntnisse so zu verdichten, dass Menschen damit weitergehen können.
Wenn beispielsweise „Anton, der Anliegensassistent“, genutzt wird, geht es nicht darum, in drei Minuten ein Thema zu benennen. Anton hilft, aus einem inneren Durcheinander ein bearbeitbares Anliegen herauszukristallisieren, damit die eigentliche Coachingsitzung oder das Vorgespräch schon viel mehr auf das Eigentliche abzielen können. Wenn zum Beispiel „Transfer Trudi“ nach einer Sitzung zum Einsatz kommt, werden Erkenntnisse nicht einfach in Aufgaben verwandelt, sondern noch einmal geprüft: Was war wirklich wesentlich? Was soll im Alltag nicht verloren gehen? Welcher Schritt ist klein genug, dass er auch in einer normalen Woche möglich bleibt?
Und wenn „Peter, der intuitive Umsetzungsmentor“, mit einem Menschen arbeitet, der trotz Klarheit nicht ins Handeln kommt, dann wird nicht sofort am Verhalten herumgeschraubt. Es wird zunächst genauer geschaut, ob der nächste Schritt zu groß ist, ob die Richtung innerlich stimmt oder ob eine Blockade vielleicht eine Schutzfunktion hat, die ernst genommen werden will.
Solche Unterschiede entstehen nicht durch ein schönes GPT-Icon und auch nicht durch einen einzelnen guten Prompt, sondern gerade durch die innere Architektur eines Tools. Genau dort steckt die eigentliche Entwicklungsarbeit und die basiert auf viel Prozessverständnis durch langjährige Coachingerfahrung.
Warum diese Bibliothek Coachs entlasten kann
Viele Coachs spüren inzwischen, dass sie sich mit KI „professioneller“, nicht nur im Privatgebrauch beschäftigen sollten, und gleichzeitig haben sie überhaupt keine Lust, noch ein weiteres technisches Feld zu beackern. Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Die meisten von uns sind nicht Coach geworden, weil sie gerne Softwarelösungen vergleichen, Promptlisten optimieren oder sich durch immer neue Toolvideos hindurchackern. Wir wollen Menschen begleiten, Prozesse verstehen, gute Methoden einsetzen, unsere Angebote weiterentwickeln und mit unserer Arbeit wirksam sein und natürlich damit auch Geld verdienen.
Nun steht KI vor der Tür und bringt erst einmal eine Menge zusätzlicher Komplexität mit. Welche Plattform soll ich nutzen? Wie mache ich das mit dem Datenschutz? Wie lerne ich gutes Prompting zur Prozessbegleitung? Welche Grenzen will ich setzen und welche Risiken sollte ich minimieren? Und wie bitte soll ich daraus jetzt noch ein zukunftsfähiges Coachingangebot entwickeln, wenn meine To-Do-Liste, was ich als Coach alles tun sollte, sowieso schon ewig lang ist?
Genau an dieser Stelle soll meine Bibliothek entlasten. Sie nimmt Coachs nicht die professionelle Verantwortung ab, aber sie nimmt ihnen einen großen Teil der konzeptionellen und technischen Vorarbeit ab. Du musst nicht bei null beginnen und selbst herausfinden, wie ein GPT aufgebaut sein muss, damit er nicht zu schnell in den „Beratungsmodus“ flutscht, zu flach fragt, methodisch beliebig wird oder sich von Klient:innen ablenken lässt und plötzlich mit ihnen über die beste Kinofilm-Empfehlung spricht. Du musst nicht erst wochenlang testen, welche Formulierungen funktionieren, wie die Rolle definiert sein sollte oder welche Ausgaben am Ende für Klient:innen wirklich nützlich sind.
Diese Arbeit habe ich in den letzten anderthalb Jahren geleistet und dabei meine Coaching-, Methoden- und Schreibpraxis in eine neue Form übersetzt.
Für Coachs, die KI nutzen möchten, ohne gleich zu KI-Entwickler:innen zu werden, kann das eine große Erleichterung sein. Du bekommst keine lose Sammlung von Prompts, bei der du am Ende doch wieder alles selbst zusammensetzen musst. Du bekommst eine gewachsene Praxisbibliothek, die typische Coaching-, Selbstcoaching-, Methoden- und Businessfragen aufgreift und in klar geführte Assistenten übersetzt.
Damit kannst du klein beginnen. Vielleicht mit einem GPT zur Anliegenklärung vor der Sitzung. Vielleicht mit einem Transferassistenten nach intensiven Terminen. Vielleicht mit „Silke, der Coachingsessionsdesignerin“, wenn du eine komplexe Sitzung vorbereiten möchtest. Vielleicht mit einer meiner interaktiven Methoden-Werkstätten, wenn du merkst, dass du für ein Anliegen frische methodische Ideen brauchst. Oder mit der Angebotsarchitektin, wenn dein eigenes Coachingangebot klarer werden soll.
Du musst nicht alles auf einmal integrieren. Du kannst die Bibliothek wie eine Methodenlandschaft betreten und den Bereich auswählen, der gerade zu deinem nächsten professionellen Entwicklungsschritt passt.
Zukunftsfähig werden, ohne dich zu verbiegen
Ich glaube, viele Coachs sind beim Thema professioneller Einsatz von KI im Coaching auch deshalb im Widerstand, weil sie so müde sind, schon wieder dem nächsten Trend hinterherzulaufen, wenn sie noch dabei sind, die Learnings ihrer letzten beiden Social-Media-Weiterbildungen umzusetzen.
Für mich bedeutet Zukunftsfähigkeit, eine eigene fachliche Haltung zu entwickeln und bewusst zu entscheiden, wo KI die eigene Arbeit sinnvoll erweitern kann. Vielleicht willst du KI vor allem für dich selbst nutzen, um Sitzungen vorzubereiten, Fälle zu reflektieren oder Angebote zu schärfen. Vielleicht möchtest du ausgewählte SelfFlow-GPTs an Klient:innen weitergeben, damit sie zwischen den Sitzungen besser dranbleiben. Vielleicht interessiert dich besonders die Methodentiefe, weil du als Coach nicht immer auf die gleichen Interventionen zurückgreifen möchtest. Vielleicht merkst du auch, dass dein Business durch KI nicht technischer, sondern klarer werden darf, weil du endlich wieder deine eigene Zone of Genius in den Mittelpunkt stellst.
All das hat mit Zukunftsfähigkeit zu tun. Das ist kein hektisches „Aufrüsten“, ich verstehe es vielmehr als eine bewusste Weiterentwicklung unserer professionellen Arbeit.
Denn unsere Klient:innen leben längst in einer Welt, in der KI verfügbar ist. Sie werden sie nutzen. Die Frage ist, ob wir ihnen dazu eine reflektierte, fachlich gerahmte Alternative anbieten können oder ob sie allein mit generischen Tools unterwegs sind. Genau an dieser Stelle sind wir glaube ich in einer neuen Verantwortung als Coachs gerufen.
Warum ich diese Bibliothek entwickeln konnte
Vielleicht ist das auch die entscheidende Vertrauensfrage, die du dir gerade stellst: Warum sollte man mir zutrauen, eine solche KI-Bibliothek für Coachs zu entwickeln?
Beim Entwickeln selbst habe ich immer wieder gestaunt, wie viel da zusammenfließt, was ich in den letzten 25 Jahren aufgebaut habe.
Ich habe über so viele Jahre Menschen in Coaching, Weiterbildung, beruflicher Neuorientierung, Sinnfragen, Kompetenzentwicklung, Intuitionsentwicklung, Purposearbeit, in komplexen biografischen Übergängen, Schreibprozessen und in ihrer unternehmerischen Positionierung begleitet. Ich habe Coachs in vier umfangreichen Weiterbildungen fortgebildet, Methoden entwickelt, Bücher und Workbooks geschrieben, komplexe Themen strukturiert und immer wieder versucht, das, was in der Tiefe wirkt, so in Form zu bringen, dass andere damit praktisch arbeiten können.
Wer meine Bücher kennt, kennt vermutlich auch meine Arbeitsweise. Ich mag Tiefe, aber bin auch pragmatisch, damit die Tiefe auch wieder in die Umsetzung führt. Ich liebe Methoden, aber nur dann, wenn sie Menschen wirklich weiterbringen. Ich arbeite sorgfältig und ich habe eine große Freude daran, aus komplexen inneren und äußeren Prozessen eine gute Struktur zu entwickeln, weil es mir ja immer darum geht, das Wesentliche ans Tageslicht zu bringen. Genau diese Mischung ist in die GPTs eingeflossen.
In meinen Seminaren und Weiterbildungen ging es nie darum, einfach nur Methoden weiterzugeben. Mich hat immer interessiert: Was braucht dieser Mensch in dieser Situation wirklich? Wie muss eine Methode angepasst werden, damit sie dem Einzelnen wirklich dient und in ihm etwas bewegt? Und wie können Coachs auch in ihren Kernkompetenzen Prozesse methodisch einzigartig führen, um ihr Profil zu schärfen und Klienten bei spezifischen Fragestellungen zu begleiten, sodass ihr Angebot auch einzigartig ist?
Diese Fragen haben auch die Entwicklung der KI-Bibliothek geprägt. Ich habe meine Erfahrung nicht einfach in ein neues technisches Format gegossen, weil KI gerade modern ist. Ich habe meine Art zu fragen, zu strukturieren, zu verdichten und Prozesse zu führen sinnvoll in GPTs übersetzt.
Eine Coach-Kollegin hat den „Deep Intention Finder“ getestet und schrieb so schön: „Hinter der KI-typischen Sprache hatte ich manchmal den Eindruck, direkt Sie rauszuhören.“ Die KI-typische Sprache kann auch ich den GPTs nicht ganz „abtrainieren“. Aber sie bestmöglich auf eine hilfreiche Rolle und Prozessführungsstruktur trainiert, die nachweisbar stimmige Ergebnisse liefert.
Ja, diese KI-GPTs haben Black-Box-Charakter. Ich würde jedem empfehlen, sie vor der Anwendung mit ihren Klient:innen unbedingt ausführlich selbst zu testen und sie vor allem direkt zu fragen, was sie für dich tun können. Und ich weiß, welchen Vertrauensvorschuss es braucht, diesen Black-Boxen zu vertrauen.
Wenn Menschen mir durch meine Bücher, Seminare und Coachings bereits vertrauen, dann deswegen, weil sie wissen, dass ich Themen gründlich durchdringe, bevor ich sie weitergebe, und weil ich selbst genervt bin, wenn mich jemand mit halbfertigen oder nicht durchdachten Lösungen abspeisen will.
Was sich dadurch in der Coachingpraxis verändern kann
Wenn du mit solchen GPTs arbeitest, musst du dein Coaching-Business nicht umbauen, doch du kannst deine bestehende Arbeit erweitern. Das ist mir wichtig, weil eine gute Coachingpraxis ja nicht dadurch besser wird, dass man sie mit Technik ergänzt. Sie wird lediglich besser, wenn die Tools an den stimmigen Stellen helfen.
Auch wenn ich mich wiederhole: Vor der Sitzung kann ein GPT dabei unterstützen, dass Klient:innen ihr Anliegen vorsortieren und mit mehr innerer Klarheit kommen. Nach der Sitzung kann ein Transferassistent helfen, Erkenntnisse nicht sofort wieder im Alltag zu vergessen. In deiner eigenen Vorbereitung kann ein GPT dir methodische Möglichkeiten aufzeigen, auf die du in der Schnelligkeit deines Praxisalltags vielleicht nicht gekommen wärst. In deiner Businessentwicklung kann ein Assistent dich dabei unterstützen, deine Zielgruppe genauer zu verstehen.
Der Gewinn liegt also nicht nur in einer Zeitersparnis, obwohl es natürlich auch eine gute Sache ist, dir hier einige Umwege zu ersparen. Der größere Gewinn liegt für mich darin, dass Prozesse anschlussfähiger werden. Unsere Coachingzeit kann tiefer genutzt werden, weil bestimmte Vor- und Nachbereitungen bereits stattgefunden haben. Klient:innen können mehr Verantwortung für ihren Prozess übernehmen, ohne damit allein gelassen zu sein. Und Coachs können KI in einer Form einsetzen, die zu ihrer professionellen Haltung passt.
Das ist für mich der eigentliche Charme dieser Bibliothek: Sie macht KI handhabbar und du bleibst in Führung.
Die Grenze gehört zur Professionalität
Bei aller Begeisterung bleibt für mich eine Grenze klar. KI ersetzt kein Coaching, keine Therapie, keine Supervision in belastenden Fällen und keine menschliche Verantwortung. Diese Grenze ist nicht „lästig“, sondern Teil unserer professionellen Sorgfaltspflicht. Gerade weil KI so leistungsstark wirkt, braucht sie eine klare Einbettung. Sie darf nicht heimlich zum Ersatzcoach werden und auch nicht die eigentliche Autorität im Prozess. Sie liefert Reflexionsmaterial, Struktur, Fragen und mögliche nächste Schritte. Die Einordnung geschieht im menschlichen Kontakt und in der Verantwortung aller Beteiligten.
Für mich bleibt deshalb der Coach in Führung. Der GPT kann unterstützen, vertiefen, vorbereiten und nachbereiten. Die Prozessverantwortung liegt weiterhin bei uns.
Ich bin der Meinung, wenn der Coaching-Gesamtprozess sorgfältig geführt ist, können darin KI-Assistenten zu einem nützlichen Werkzeug werden. Dann wird KI nicht zum heimlichen Konkurrenten, sondern zu einem Teil einer zeitgemäßen Methodenlandschaft, die wir als Coachs bewusst gestalten und nutzen.
Coaching wird dann zukunftsfähig, wenn wir uns nicht von der Technik „treiben“ lassen, jedoch auch nicht die Augen vor dem verschließen, was längst die Realität unserer Klient:innen geworden ist. Wir prüfen, was unserer Arbeit dient, was unseren Klient:innen hilft und was unserer fachlichen Haltung entspricht.
Für mich hat sich als guter Prüfstein für jede KI-Anwendung im Coaching die entscheidende Frage erwiesen:
Macht sie den Menschen abhängiger von Tools und vemeintlichen Antworten?
Oder hilft sie ihm, klarer, verantwortlicher und wacher mit dem eigenen Leben weiterzugehen?
Ich bin nur an der letzteren Variante interessiert.


